Informationen für Tierhalter

Hund und Katze, Zeichnung

Auch für TierliebhaberInnen hat sich durch das Coronavirus einiges verändert.

Glücklicherweise ist es bisher nicht zu einem großen Anstieg von Tieren gekommen, die an die örtlichen Tierheime abgegeben werden. Leider ist aber die Vermittlungsrate von Tieren eingebrochen.

Manche Menschen machen sich vielleicht Sorgen wegen einer möglichen Ansteckungsgefahr – oder der Verantwortung für ein Tier in unsicheren Zeiten.

Wenn du einen Hund hast und zu einer Risikogruppe gehörst oder unter Quarantäne stehst und nicht rausgehen kannst, brauchst du natürlich Hilfe für die Gassigänge.

Andererseits können Tiere ganz wichtige soziale Funktionen übernehmen, gerade jetzt, wo der Kontakt zu anderen Menschen weg fällt.

Ich selbst habe eine Hündin, die ich zur Zeit nicht selbst ausführen kann – aber zum Glück habe ich viele liebe Menschen die sich Zeit für sie nehmen. Ihre Anwesenheit, ihr kuscheliges Fell, ihre braunen Augen und die feuchte Schnauze möchte ich jetzt erst recht nicht missen.

In diesem regelmäßig aktualisierten Artikel sammle ich Infos und Tipps für TierhalterInnen.

Ansteckungsgefahr für Haustiere

Das neuartige Coronavirus wurde ursprünglich vom Tier auf den Menschen übertragen. Eine Fledermaus scheint einer der ursprünglichen Wirte zu sein, außerdem möglicherweise ein Schuppentier.

Es ist möglich, dass das Virus nicht direkt von einem dieser Tierarten, sondern über ein Haustier als Zwischenwirt auf den Menschen übergesprungen ist.

Für TierhalterInnen stellt sich daher die Frage:

Kann sich mein Tier mit dem Coronavirus infizieren?

Und wenn ja – kann das Tier dann auch Menschen anstecken?

Möglicherweise haben sich vereinzelt Hunde und Katzen bei ihren Besitzern angesteckt.

Bei Hunden ist eine Ansteckung/Übertragung eher unwahrscheinlich. Teilweise können nachweise von Viren-Erbgut bei Haustieren nicht mit einer Ansteckung, sondern einfach mit dem engen Kontakt mit Infizierten Menschen zu tun haben.

Versuche, die an Hunden durchgeführt wurden, zeigten, dass es auch bei (im Labor künstlich herbeigeführten) direktem Kontakt mit sehr vielen Viren nicht zur Ansteckung kam.

Auch Schweine, Enten und Hühner konnten trotz hoher Virusmengen nicht infiziert werden.

Bei Katzen scheint auch im Versuch theoretisch die Möglichkeit einer Ansteckung zu geben. In einer Studie konnten die Tiere sich infizieren und auch untereinander das Virus weitergeben. Krank wurden sie allerdings kaum: Das Virus scheint für erwachsene Katzen nicht sehr gefährlich zu sein. Aber: Junge, nicht ausgewachsene Tiere können einen schwereren Verlauf haben.

Die Ansteckungsgefahr ist insbesondere bei engem Kontakt zu Hauskatzen gegeben.

Für Frettchen gilt das gleiche wie für Katzen: Sie können sich theoretisch (bei Kontakt mit sehr großen Mengen des Virus) anstecken.

Corona-Meldepflicht für Haustiere: Für Tiere mit COVID-19-artigen Symptomen wie Niesen, Husten, Schnarchen und Atemnot ist eine Meldepflicht geplant (Meldung der Tagesschau, Stand 18.6.2020).

Hinweise, dass die Tiere das Virus auch wieder auf den Menschen übertragen, gibt es bisher nicht.

Tipps für den Kontakt mit Haustieren

Um uns und unsere Tiere zu schützen, ist es sinnvoll, sich noch gründlicher und regelmäßiger die Hände zu waschen.

Wichtig ist sicher auch:

  • das Tier nicht zu küssen oder in die Nähe des Gesichts zu lassen
  • sich nicht die Hände ablecken zu lassen
  • wenn du krank bist, halte Abstand von deinem Haustier
  • auch in Gegenwart von Haustieren nur in die Armbeuge niesen und husten
  • bei sehr jungen, nicht ausgewachsenen Tieren besondere Vorsicht (Katzen und Frettchen)

Personen, die nicht zum eigenen Haushalt gehören, sollten möglichst keinen engen Kontakt mit dem Tier haben – gerade wenn der oder die Tierhalter/in zur Risikogruppe gehört.

Wenn das nicht möglich oder nicht gewünscht ist, ist es besonders wichtig, dass alle Kontaktpersonen die Hygieneregeln einhalten.

Auch wenn Tiere nicht infiziert sind, ist ihr Fell eine Oberfläche, auf der beim Anfassen Viren haften bleiben und weitergegeben werden können.

Den Ratschlag, das eigene Haustier für die Dauer der aktuellen Krise gar nicht mehr zu streicheln, möchte ich aber nur Personen geben, die selbst sehr wahrscheinlich infiziert sind oder ein sehr hohes Risiko eines schweren Verlaufs haben.

Die aktuelle Krise wird sicher noch viele Monate dauern, und gerade für Menschen, die durch Selbstisolation viel alleine sind, ist der Kontakt zum eigenen Tier sehr wichtig.

Tierarztbesuche

Die Tierarztpraxen sind weiterhin geöffnet, haben aber teilweise die Öffnungszeiten reduziert. Es sollen vorwiegend Notfälle oder akute Erkrankungen behandelt werden.

Erkundige dich am besten telefonisch oder im Internet nach den Öffnungszeiten deiner Praxis – wenn möglich, komm erst nach Terminabsprache vorbei.

Für den Tierarztbesuch sollte möglichst nur eine gesunde Begleitperson, die nicht zu einer Risikogruppe gehört, mit dem Tier in die Praxis kommen.

Es wird meist darum gebeten, draußen oder im eigenen Auto zu warten: Es sollte sich immer nur eine Person im Wartebereich in der Praxis aufhalten. In manchen Praxen darf auch die Begleitperson nicht mit herein kommen, das Tier wird dann draußen von den Mitarbeitern abgeholt.

Außerdem bitte Abstand halten und die Hygieneregeln beachten.

Hilfen für Haustiere

Es gibt, soweit ich weiß, in Darmstadt noch keine Initiative, die sich auf Hilfen für Haustiere während der Krise spezialisiert hat.

Einige der Hilfsinitiativen in Darmstadt und Umgebung vermitteln aber auch Hilfe bei der Tierbetreuung und für Gassigänge, darunter:

Für Menschen, die unter Quarantäne stehen und deswegen nicht mit ihrem Hund raus gehen können, gibt es die Facebookgruppe Gassigeher bundesweit.

Tierheime

Wer jetzt viel zu Hause ist, und schon länger darüber nachdenkt, ein Tier aufzunehmen kann sich telefonisch an die Tierheime wenden um einen Termin auszumachen.

Die Tierheime haben im Moment große Schwierigkeiten Tiere zu vermitteln und freuen sich ganz besonders über jedes ihrer Schützlinge, das ein neues liebevolles Zuhause findet.

Außerdem sind Geld- und Futterspenden sehr hilfreich, da durch die fehlende Vermittlung eine wichtige Einnahmequelle weg fällt. Leider dürfen auch keine Ehrenamtlichen Helfer mehr ins Tierheim, auch die regelmäßigen Gassigänge durch Freiwillige fallen weg.

Online-Hundetraining

Tipp für HundebesitzerInnen: Viele Hundeschulen bietet zur Zeit ein Online-Hundetraining an. Unterstützt Hundeschulen in Darmstadt und Umgebung indem ihr einen Online-Kurs besucht – damit auch die lokalen Hundeschulen durch die Krise kommen und euch und eurem Vierbeiner danach wieder persönlich mit Trainingsstunden helfen können.

Online-Kurse können unter anderem bei folgenden Hundeschulen gebucht werden:

Zum Weiterlesen

Katzen können sich mit Corona infizieren – Artikel vom 2.4.2020 bei Spektrum.de

FAQ SARS-CoV-2 und Haustiere – PDF-Datei vom Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit

Wissenschaftliche Studie „Susceptibility of ferrets, cats, dogs, and different domestic animals to SARS-coronavirus-2″ (PDF-Datei)

Blog des Tierarztes Ralph Rückert zum Coronavirus und Ansteckungsgefahr für Haustiere

Darmstadt-Dieburg: Tierheime leiden unter der Corona-Krise – Artikel bei Echo-Online vom 2.4.2020

Dieser Artikel wird regelmäßig erweitert und aktualisiert. Stand: 6.4.2020